Montag, Dezember 18, 2006

Conference in Antwerp

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Vergangene Woche war ich an der Javapolis Konferenz in Antwerpen. Schon lange hatte ich mich auf diesen Anlass gefreut, und der Besuch hat sich absolut gelohnt. Die ganze Woche drehte sich alles nur um Java, von Morgen frueh bis Abend spaet, und ich war waehrend dieser Woche im Paradies, eh, ich meine in einer ziemlich anderen Welt.

Bei meiner Ankunft am Flughafen in Bruxelles regnete es in Stroemen, und waehrend ich dort eine Dreiviertelstunde auf den Bus nach Antwerpen wartete, war es nass, kalt, windig und duester. Gar nicht nach meinem Geschmack dieses Wetter, und ich sehnte mich bereits nach dem waermeren und vorallem viel schoeneren Wetter in der Bay Area. Die Konferenz fand aber gluecklicherweise drinnen statt und bald war das truebe Wetter vergessen. Die Vortraege waren von Beginn weg sehr spannend, trotzdem verlor ich am Nachmittag jeweils fuer ein paar Minuten den Kampf gegen den Schlaf, denn zu tief sass der 9h Jetlag. Dass der Anlass in einem Multikino Komplex mit bequemen tiefen Kinosesseln stattfand, machte das Wachbleiben in diesen Situationen nicht leichter.







Die Woche war extrem intensiv. Am Morgen war ich vor sechs Uhr jeweils aus den Federn, dann ein wenig am Programmieren, danach den ganzen Tag an Vortraegen, am Leute treffen und am Erfahrungen austauschen, und am Abend bis spaet in die Nacht nochmals am Programmieren. Fuer Essen und Schlafen blieb da kaum Zeit.

Natuerlich verlor ich in den vewinkelten unregelmaessigen Strassen der Altstadt schon bei der ersten Erkundung voellig die Orientierung und lief nach Sueden statt nach Norden - bis die Haeuser immer spaerlicher wurden. Ein Wirt klaerte mich auf, wo auf der Karte ich momentan sei (savez-vous ou je suis?), und danach hiess es fuer mich eine Stunde lang Richtung Norden zum Hotel zurueckzumarschieren. Ohne GPS oder zumindest Kompass geht es einfach nicht. Der Weihnachtsmarkt und die Gaesslein von Antwerpen war aber den Ausflug wert.



Am Samstag vor meiner Rueckreise wollte ich mich ein wenig erholen mit Sightseeing in Bruxelles. Ich hatte allerdings nicht einkalkuliert, dass an dem Samstag halb Belgien in der Innenstadt von Bruxelles letzte Weihnachtseinkaeufe taetigen wuerde. Die Strassen waren bevoelkert wie Downtown Peking, es regnete heftigst, und ich hatte alle Schirme auf Kopfhoehe vor oder im Gesicht. Ein wenig frische belgische Schokolade half aber zur Beruhigung.









Nebst der Konferenz bekam ich trotzdem ein wenig Einblick in das belgische Leben, und es war ein ziemlicher Kulturschock fuer mich... Dass ueberall geraucht wird - beim Warten auf den Zug, in den Hotelgaengen, in den Restaurants, auf der Strasse - war sicher das unangenehmste Erlebnis. In den Staaten komme ich eigentlich nie mit Rauch in Kontakt und hier war ihm nicht zu entrinnen, schrecklich. Es gab aber noch eine groessere Gefahr als Passivrauchen, naemlich die belgischen Velofahrer. Holy cow, die Fahren einem links und rechts um die Ohren, ich wusste zum Teil gar nicht wo hinschauen und wo laufen. Das geht in San Francisco schon uebersichtlicher zu und her. In Bruxelles und Antwerpen etwas zum Essen zu finden ausser Pommes Frites ist auch nicht gerade einfach. Diese Frites Buden sind omnipraesent und konstant belagert von Belgiern, die dann auch noch reichlich Mayonnaise dazugeben und zum Dessert eine frittierte Waffel mit Zucker und Schokolade verzehren - e Guete! Too much, ich sehnte mich mehr und mehr nach Burgers, Avocados, und Burritos. Die Preise haben mich dann vollstaendig aus dem Gleichgewicht gebracht, denn meine Euros schienen sich in Luft aufzuloesen. Da kostet doch zum Beispiel in einer mittelmaessigen italienischen Beiz so ein 2dl Mineralwasser 3 Euro! Solch kleine Einheiten gibt es in den Staaten gar nicht, und gratis ist dort das Wasser im Restaurant sowieso. Unvorstellbar war es fuer mich auch, dass es im Hotel in Antwerpen kein Wirless- oder Kabelinternet gab - leben denn die Belgier noch in der Kolonialzeit? Es wurde mir vorgeschlagen, die Telefonleitung zu benutzen. Genau, mit 10bps fuer 2.50E/min... In Bruxelles gab es dann Kabelinternet, fuer laeppische 24E am Tag.

Ich weiss ja selber gut genug, dass in anderen Laendern andere Kulturen und Sitten gelten, und ich moechte mich auch gar nicht beklagen ueber andere Gepflogenheiten, sondern nur ein wenig meine Erfahrungen und amerikanisierten Gedanken schildern.

Das Sheraton in Bruxelles bot wie bereits in San Diego eine ganz nette Aussicht aus dem 23. Stock. Und ganz im amerikanischen Stil gab es sogar einen Pool und ein Fitnesscenter auf dem 30. Stock. Die Aussicht auf die weihnaechtlich beleuchtete Stadt fand ich sehr faszinierend.



Der Rueckflug in die Bay Area war gemuetlich, kam ich doch in den Genuss eines Frequent Flyer Upgrades in die First Class inklusive Ribeye Steak und Coupe Denmark.