Dienstag, Mai 24, 2005

Justizministerium

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Ohne Kommentar:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/mail/59785

Muni

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Mir gefaellt es wirklich hier, und es gibt eigentlich nichts, das mich tiefer stoert, nervt oder sonstwie negativ beruehrt in der Bay Area. Nur etwas geht mir ganz grausam auf die Nerven: das Schrott Muni.

Muni ist von der Idee her vergleichbar mit BLT und BVB und steht generell fuer die Oeffentlichen Verkehrsmittel hier in der Stadt, also Bus und Tram. Ich bin cirka einmal alle drei Wochen auf das Muni angewiesen und jedes Mal schwoere ich mir, dass es das letzte Mal in meinem Leben gewesen sei... In der Regel stresse ich zur Haltestelle nur um dann so um die zwanzig Minuten auf das naechste Muni warten zu muessen, welches dann natuerlich bereits ueberquillt von schwitzenden zusammengepferchten Menschen. Manchmal bleibt es auch fuenf Minuten vor oder im Tunnel stehen ohne sichtlichen Grund - who cares?! Sollten mal zwei drei Tropfen Wasser vom Himmel fallen, so herrscht beim Muni absolutes Chaos: die Bremsen versagen, die Weichen klemmen, die Tueren schliessen nicht mehr, etc.

Dass es keinen Fahrplan gibt ausser "das Muni haelt hier alle 25 Minuten", ist nun wohl keine Ueberraschung mehr... Aber Muni ist halt leider nicht Teil des Bahn 2000 Projekts :-)

Jedes mal schwoere ich Lee, dass dies das letzte Mal gewesen sei, dass ich dieses Theater mitmache und von nun an statt dem Muni ein Taxi nehmen wuerde - letzten Samstag ist wirklich mein letztes Mal im Muni gewesen...

Mittwoch, Mai 18, 2005

Bay to Breakers

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Vergangenen Sonntag fand in San Francisco das traditionelle Bay to Breakers Rennen statt. Es fuehrt ueber 7.5 Meilen von der Ostseite der Halbinsel (Bucht) an die Westseite (Pazifik). Es handelt sich jedoch nicht um ein gewoehnliches Wurst-und-Brot Rennen, wie es sie bereits zu Tausenden gibt. Nein, an diesem Rennen nehmen so um die 80'000 Leute teil und die letzten haben wahrscheinlich cirka acht Stunden bis sie im Ziel eintreffen (die Schnellsten brauchen etwas mehr als eine halbe Stunde...). Das Rennen kann man schon fast als Fasnacht oder wohl noch zutreffender als Streetparade bezeichnen: da laufen kostuemierte Formationen, kreative Einzelmasken, dekorierte Hunde, schwangere Frauen, nackte Leute, verkleidete Kinder, etc. in einem endlosen Menschenstrom westwaerts durch die Stadt und den Golden Gate Park. Musik laeuft, das Bier fliesst, der Laermpegel ist hoch und alle sind in festlicher Stimmung. Lee hat auch noch ein paar Bilder dazu gepostet.

Wir haben dem Treiben mehrere Stunden lang mit Erstaunen, Schockiertheit, Belustigung und Faszination zugeschaut. Wer weiss, vielleicht sind wir ja naechstes Jahr auch aktiv dabei...

Montag, Mai 16, 2005

Anniversary

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Heute Sonntag feiern Lee und ich unser 9-jaehriges Jubilaeum. Wie die Zeit vergeht... Lee haette den Tag sogar vergessen, haette ich sie nicht daran erinnert (dies nur als Randbemerkung, da ich immer wieder mal Frauen klagen hoere, dass ihre Maenner Geburtstage, Hochzeitstage und ich weiss nicht was vergessen wuerden).

Viel Spannendes haben wir in den letzten Jahren zusammen erlebt, viele weitere Erlebnisse und Abenteuer warten hoffentlich noch auf uns - sei es hier in San Francisco, sei es zuhause in der Schweiz oder sonst irgendwo auf dieser Welt.

Sonntag, Mai 15, 2005

Stem Cells

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Fuer die Biologie Interessierten: California hat 3 Milliarden Dollar zugesprochen bekommen zum Aufbau embryonaler Stammzellenforschung. San Francisco wird dabei stark involviert sein. Ob inhaltlich gut oder schlecht, es ist schon eindruecklich zu sehen wie solche Dinge tatkraeftig, kompromisslos und "all the way" angepackt werden.

Obwohl, eigentlich sollte dieses Thema alle interessieren, nicht nur die Molekularbiologen...

Samstag, Mai 14, 2005

Bike Lanes

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Yuppie! Als wir gestern morgen zur Arbeit fuhren, da fanden wir ploetzlich auf einem grossen Teil unserer Velo Strecke einen weiss leuchtenden Velostreifen vor. Und natuerlich ist der von amerikanischen Dimensionen, das heisst, es haette locker ein Jeep auf dem Streifen Platz. Aber uns ist das natuerlich ganz recht so.

Lee hat mich kuerzlich dazu ueberredet, einen Velohelm fuer den Arbeitsweg zu kaufen und den auch zu tragen - ihrer jahrelangen Ausdauer beim Nachhaken beuge ich mich nun erschoepft ;-) Aber jetzt wo wir so breite Velostreifen haben, da kann ich den Helm ja vielleicht...

Donnerstag, Mai 12, 2005

Sideways

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Ich weiss nicht, ob dieser Film auch in der Schweiz lief, aber hier war der Low-Budget Film Sideways ein Riesenerfolg. Der mit zwei Golden Globe ausgezeichnete Film spielt sich vorwiegend in den Weinregionen von California ab. Ich fand diesen ein wenig schraegen Film recht unterhaltend und interessant.

Dienstag, Mai 10, 2005

Marin Headlands Safari

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Gestern Sonntag ging ich trotz kaltem und nassem Wetter (welche Franziskaner wollen mir denn immer weis machen, dass es hier bis zum kommenden Winter nicht mehr regnen wird??) auf eine MTB Tour in den Marin Headlands, und es lohnte sich gewaltig: auf einmal begleitete mich ein Coyote in gleicher Richtung seitlich vorauslaufend und immer wieder mal zurueckblickend. Bald wurde ihm der Zweibeiner in seinen komischen farbigen Kleidern wohl zu langweilig, und er bog gemaechlich ins offene Feld ab. Damit aber nicht genug; im Aufstieg eines Single Trails machte der Weg eine scharfe Kurve und ploetzlich war da ein Bobcat vor mir! - unverkennbar aufgrund des Stummelschwanzes. Die pelzige hundgrosse Raubkatze sprang mit federleichten grossen Spruengen auf dem Weg vor mir weg und dann ab ins Gebuesch. Das war schon sehr faszinierend und ich verstehe jetzt, wieso der Weg 'Bobcat Trail' heisst... Auf der Rueckfahrt begegneten mir dann noch ganz viele blau-gefiederte Quails (Wachteln), der Staatsvogel von Kalifornien. Diese Voegel rennen lieber vor einem weg mit schnellen kleinen Schritten, als dass sie davon fliegen, was schon sehr lustig aussieht und nicht so effizient scheint.

Ich kam mir an diesem Morgen fast vor wie auf Safari in Botswana und vergass rasch den ganzen Schlamm an Velo und Kleidern.

Dienstag, Mai 03, 2005

Job Description

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Waehrend meiner Schweizer Woche wurde ich oft gefragt, wo ich denn arbeite und was ich genau mache: also ganz genau weiss ich das manchmal auch nicht, aber ich probiere es mal zu erklaeren, um zukuenftig auch Fragen wie "Arbeitest Du an einem Schiffhafen?" und "Bist Du immer nur am Rumfliegen?" und "Schreibst Du den Blog waehrend der Arbeitszeit?" zu vermeiden :-)

Navis ist eine reine Softwarefirma, die Produkte - sogenannte Computer Programme - fuer die Logistik Industrie entwickelt, historisch bedingt mehrheitlich fuer die Schifffahrtsindustrie. Solch ein Produkt beinhaltet alles von Forschung, Entwicklung, Testen bis zu Marketing, Verkauf, Support, etc. Ich bin in der Entwicklung als Java Programmierer taetig, genauer gesagt arbeite ich im Framework Team an Komponenten fuer die Produkte der naechsten Generation von Programmen (Lee's Bereich).

Schlussendlich dienen die von navis entwickelten Programme dazu, den ganzen Logistik Ablauf eines Unternehmens zu managen, sprich zu planen, zu ueberwachen, zu optimieren, auszuwerten, etc. Ein paar kleine Beispiele: optimales Beladen eines Schiffes mit Containern, Verfolgen wo auf der Welt ein bestimmter Container momentan gerade ist, Verwalten von in einem Hafen zwischengelagerten Lastwagen Anhaenger Chassis, Auswertung von Lager und Transportkosten, etc.

Der Grund, wieso ich gerade bei navis gelandet bin ist, dass diese ein Produkt namens ULC einsetzen, auf welchem ich relativ viel Erfahrung habe. Dies aufgrund der Tatsache, dass ULC bei Canoo, meinem vormaligen Arbeitgeber in der Schweiz, entwickelt wurde und noch immer wird. Den eigentlichen initialen Kontakt zwischen mir und navis hat dann aber Marc, der CEO von Canoo, ermoeglicht, wozu ich ihm natuerlich sehr dankbar bin und was ihn zu "unlimited burgers and bike rides in San Francisco" berechtigt ;-)

Ich hoffe, dies klaert mehr Fragen als es neue aufwirft.

--Etienne

Impressions

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Einige spontane Eindruecke und Gedanken aus unserer Zeit in der Schweiz:

  • es ist sehr schoen wieder Freunde und Familie zu sehen (und die heranwachsenden Kinder unserer Freunde und Familien)
  • in der Schweiz sieht man draussen viel mehr Kinder als in San Francisco
  • Schweizer Essen ist schon extrem genuesslich und weder von Burritos noch von Burgers zu ueberbieten (welche aber beide auch sehr fein sind)
  • die Musik auf DRS3 ist kein bisschen besser geworden (dafuer habe ich mir die erste Philip Maloney Staffel auf CD gekauft fuer bevorstehende Autofernfahrten)
  • die SBB Zuege sind schon recht luxurioes (mal abgesehen von den S- und Regio-Zuegen spaet nachts...) und vorallem sensationell leise, da kann unser laermender BART hier nicht mithalten, in welchem Lee und ich uns nur bruellend unterhalten koennen auf dem Weg zur Arbeit
  • ich vermisste es, mit der Kreditkarte am Kiosk Kaugummi kaufen zu koennen
  • die Kalifornier sind einfach viiiel easier drauf als die Schweizer (um das ganz umgangssprachlich zu formulieren)
  • die Schweiz scheint kein groesseres Problem als die Frage nach dem kommenden "Mr. Schweiz" zu haben
  • einige scheinen zu planen, uns dieses Jahr oder irgendwann in den kommenden Jahren besuchen zu koemmen. Yupppie!

Wedding

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Am Samstag den 30. April 2005 fand der eigentlich Grund fuer unsere Schweiz Reise statt: die Hochzeit meiner einzigen Schwester Tabea. Die standesamtliche Trauung fand am Mittag auf dem Zivilstandsamt Arlesheim neben dem Dom statt. Es war ein sehr bewegender Moment zu sehen, dass Tabea nun fest und ganz offiziell zu Livio gehoert. Dass sie nun Tabea Valsecchi heissen wird, daran muss ich mich zuerst noch gewoehnen. Nach der Trauung wurden vom Brautpaar zwei weisse Tauben frei gelassen, was ich eine sehr schoene Sache fand.

Danach duesten sie in der Stretch-Limo davon und der ganze Tross im Autokonvoi hinterher, denn nur das Brautpaar wusste, wo der Apero stattfinden wuerde. Leider verpasste ich schon an der ersten roten Ampel den Anschluss und irrte im Dreispitz Areal rum (und alle Autos hinter mir natuerlich auch...). Rettung kam aber bald und schlussendlich kamen auch wir im idyllischen Inzligen/DE (an der Grenze zu Riehen) an. Dort gab es einen sehr feinen Apero, den wir bei super sommerlichem Wetter unter den grossen Baeumen des Schlosses genossen. Ein von Livio engagierter Gospel-Saenger mit unglaublicher Stimme und Aussrahlung sang fuer Tabea einige Lieder und zog alle in seinen Bann.

Der Abend nahte schon bald und wir dislozierten ins nahe gelegene Hotel. Dort wurden wir ueber viele Gaenge kulinarisch verwoehnt (sensationelles Dessert-Buffet!), und hatten es im engeren Kreis alle sehr lustig und gemuetlich (da mein Tischnachbar Franco nur italienisch sprach, war bei mir allerdings hoechste Konzentration und Reaktivieren der noch vorhandenen Italienisch-Kenntnisse angesagt). Sibylle als Daetschmeisterin organisierte einige unterhaltende Einlagen. Tabea und Livio zeigten dann auch noch Ihre neu erlernten Tanzkuenste (Tabea schien das Tanzen aber mehr Freude zu bereiten als Livio...). Irgendwann in den fruehen Morgenstunden klang der schoene Abend aus. Nach einem ausgiebigen Brunch am Sonntag Morgen ging das Fest gegen Mittag zu Ende.

Ich bin sehr gluecklich, konnten Lee und ich an dem Fest trotz des langen Anreisewegs dabei sein und werde die Hochzeit in bester Erinnerung behalten. Tabea und Livio schienen den speziellen Tag sehr genossen zu haben und manchmal sogar ein wenig ueberfordert zu sein, von all den Eindruecken und Erlebnissen. Das ist doch schoen zu sehen. Fuer Ihre gemeinsame Zukunft wuensche ich Ihnen viele spannende und erlebnisreiche Momente!

Going Home

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Leider ist unsere kurze Ferienwoche in der Schweiz bereits wieder vorbei, und wir sitzen eingepfercht im Lufthansa Airbus, welcher uns wieder nach Hause bringen wird - eine ideale Gelegenheit, um mit einem kleinen Blog das stundenlange rumsitzen ertragbar zu machen. Mein Laptop ist zwar fast breiter als der spargelduenne Sitz und meine Koerperhaltung alles andere als SUVA konform, aber es wird schon gehen... Da ich waehrend der vergangenen Woche einiges erlebt habe, folgt das Ganze im stark gekuerzten und unvollstaendigen Telegramm Stil.

Ankunft in ZH am Samstag Morgen mit 2h Verspaetung, truebes Wetter, wir werden abgeholt von Lee's Bruder Phi (viiielen Dank!), super Brunch bei Lee's Schwester Anne-Christine und Ihrer Familie, Rest des Tages erfolgloses Ankaempfen gegen den Jetlag in Fuellinsdorf. Sauwetter am Sonntag fuehrt zu leichten "Depressionen" und San Francisco Entzug, am Nachmittag Hunde Spaziergang, resp. Schlammschlacht, mit Raffi und Sina in Hofstetten, am Abend urchiges Nachtessen in ZH mit Velobuddy Dominik. Am Montag ein wenig Kleider Shopping in Basel (ich vergass meine ganze Unterwaesche und noch schlimmer die Lance Armstrong Schuhe in Amerika, dafuer hatte ich aber die Adiletten dabei), am Abend dann ein schoenes Wiedersehen bei meinen Eltern in Aesch mit feinem Nachtessen. Am Dienstag Vortrag bei Canoo mit Wiedersehen vieler Canooeys und Mittagessen mit Marc (einer unserer bisherigen SF Besucher), am Abend eingeladen bei den Groblis in Dornach, viel Action mit ihren kleinen Kindern und erneut ganz feines Nachtessen (die Spaghetti Carbonara wurden sogar aufgrund meines Menu Blogs gewaehlt!). Gedaechtnisluecke was den Mittwoch angeht, am Mittag dann aber Besuch bei Denis vom Velo Brino, am Abend ein gemuetliches Treffen mit Rahel, Jonas und Claudio inkl. interessanten Surf Geschichten aus Neuseeland. Am Donnerstag Mittagessen an der ETH in ZH mit Marcel und Rahel (auch ehemalige SF Besucher) und Martin (seit vor seinem San Diego Post-Doc nicht mehr wirklich gesehen). Gemuetlicher Nachmittag am "Zuerisee" mit Marcel. Am Abend deftiges Essen mit Stebi, Aeggti und Luong und Geschichten aus China, Volketswil und Wil. Andrin Cerletti stoesst durch Riesenzufall auch noch dazu, nachdem ich mal wieder mit Natel abnehmen/abhoeren versagt hatte. Am Freitag Mittag lustiges Wiedersehen mit Andreas in Basel und danach Einkauf von Doping fuers sommerliche Velofahren bei meinem Lieferanten Raffi Z. in Aesch. Sportvital Produkte kann ich uebrigens jedem Ausdauer Sportler empfehlen, der statt durch Training lieber durch Ernaehrung Fortschritte machen will ;-) Am Abend mit Dominique in der Stadt in unserem Traditionsrestaurant bei vielen Geschichten aus Zuerich, Luxemburg und Suedamerika.

Yep, der Eindruck taeuscht nicht: diese Woche habe ich "nur" fein schweizerisch gegessen und Freunde und Familie getroffen. Das ist aber nicht weiter erstaunlich, sind dies doch jene Elemente der Schweiz, die ich in San Francisco am meisten vermisse.

Am Samstag fand dann der eigentliche Grund unserer Schweiz Reise statt: die Hochzeitsfeier meiner Schwester Tabea. Es war ein ganz toller und fuer alle Beteiligten sehr bewegender Tag. Und dies bei unglaublich schoenem Wetter in Inzlingen/DE. Ich werde diesen Tag mit all seinen Eindruecken nicht vergessen. Am Sonntag ging's dann zurueck auf Fuellinsdorf zu Lee's Eltern, noch ein wenig die Sonne geniessen, packen und frueh ins Bett. Montag Morgen um 4.30h begann die Rueckreise.

Wir schauen unserer Rueckkehr mit gemischten Gefuehlen entgegen, da wir wieder einmal gemerkt haben wie gut uns die Schweiz gefaellt und wie viel uns an unseren Freunden und Familien liegt. Auf der anderen Seite freuen wir uns aber natuerlich auch auf einige bevorstehende Abenteuer in Kalifornien waehrend den naechsten Monaten und Jahren.

Miss all of you, Etienne