Samstag, Oktober 29, 2005

Fifty

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Nein, ich feiere nicht meinen fuenfzigsten Geburtstag... Soeben habe ich aber festgestellt, dass ich inzwischen bei fuenfzig Blog Eintraegen angelangt bin. Dass ich es auf durchschnittlich einen Blog Eintrag pro Woche bringen wuerde, haette ich nicht gedacht und ist auch nicht beabsichtigt. Man koennte daraus wohl den Eindruck gewinnen, ich haette zuviel Freizeit und Langeweile - schoen waers... Ich hoffe, die kleinen Berichte geben ein wenig einen Einblick in unser life abroad. Ansonsten wird es zumindest mir spaeter mal als eine Art Tagebuch der vergessenen Erinnerungen dienen.

Donnerstag, Oktober 27, 2005

Rain

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Als ich heute morgen aufwachte, so hoerte ich vom offenen Fenster her ein komisches Geraeusch, das mir zwar vertraut vorkam, welches ich aber nicht einordnen konnte. Ein Blick aus dem Fenster schaffte Klaerung - es regnete leicht. Fuer Europaer ist dies sicher meist kein spezielles Vorkommnis, hier in San Francisco nach circa einem halben Jahr ohne Regen aber schon.

Tja, nach dem nebligen Sommer und dem kurzen sonnigen Herbst kommen wohl auch hier nun langsam die winterlicheren Zeiten. Aber fuer kurze Hosen reicht es noch allemal, auch wenn Lee schon die Wohnung heizen will (obwohl man bei uns zuhause noch nicht mal den Hauch vor dem Gesicht sieht).

Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob ich den Nebel oder den Regen hier in der Stadt weniger mag. Aber ich will nicht klagen, ich bin wohl einfach langsam verwoehnt und am Verweichlichen.

Montag, Oktober 24, 2005

Big Sur

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All jene, welche schon einmal in Kalifornien waren, kennen wahrscheinlich die Big Sur Region suedlich von Monterey entlang der Pazifik Kueste. Vergangenes Wochenende machten wir uns fruehmorgens auf den Weg dorthin. Ab Carmel fuehrt die Strasse auf dem Highway 1 entlang der wilden und rauhen Pazifik Kueste, genauso wie man es von all den Photos kennt.



Im Molera State Park machten wir eine kleine Wanderung entlang dem Meerufer und waren tief beeindruckt, wie ungebaendigt - ja schon fast bedrohlich - hier in Big Sur der Pazifik mit seinen teils meterhohen Wellen auf die rauhe Kueste trifft.

Abends uebernachteten wir auf einem Zeltplatz zwischen riesigen Redwood Trees. Leider entpuppten sich unsere zuvor so harmlos scheinenden Zelt Nachbarn als laute und redefreudige Nachtschwaermer, welche erst um drei Uhr morgens ins Bett gingen. Dann konnte auch ich endlich schlafen.

Um sieben war dann bereits wieder Tagwache fuer uns, da wir zeitig im Monterey Bay Aquarium eintreffen wollten. Dieses Aquarium zeigt das Leben von Pflanzen und Tieren im Meer der Region. Es ist gleich am Meerrand gebaut und alle Wassertanks werden mit echtem Pazifik Meerwasser gespiesen - noch praktisch. Es war erstaunlich zu sehen, wieviel Leben im Meer es in dieser noerdlichen Region gibt, trotz den ziemlich kalten Wasser Temperaturen. Die stromlinienfoermigen Leopardenhaie, die auf dem Ruecken im Wasser schlafenden Otter und die praehistorisch aussehenden Steinfische haben mir persoenlich am besten gefallen.



Montag, Oktober 17, 2005

Kayaking

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Obwohl wir hier so nahe am Meer wohnen, sind wir bisher, von ein paar Segelausfluegen abgesehen, noch nie auf dem Wasser gewesen. Das sollte sich am vergangenen Wochenende aendern, denn wir meldeten uns bei REI fuer einen Kayak Eintageseinfuehrungskurs an. Zuerst waren Trockenuebungen angesagt, und dann ging's auch schon ins Wasser. Die Motivation, stabil im wackeligen Kayak zu bleiben war extrem hoch, denn das Wasser ist hier seeehr kalt. Unter den Anweisungen von einem Olympic Kayaking Trainer ging das Paddeln ganz gut, wenn auch der Stroke mehr von Kraft als Eleganz gepraegt war...


Ganz in amerikanischer Tradition gab es unterwegs einen Lunch Break, und alle liebten Lee's home-made Chocolate Muffins. Danach ging's gegen die Meeres Stroemung zurueck in den sicheren Hafen. Trocken, sonnengewaermt und begeistert ging der Anlass zu Ende.

Dienstag, Oktober 11, 2005

FCA-FCB

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Oops, als in Aesch bi Gott Aufgewachsener hat es mich schon ziemlich geschmerzt, dass der FC Aesch auf dem Loehrenacker gleich mit 12:0 gegen den FCB verloren hat. Aber 2. Liga regional und NLA sind wohl zwei verschiedene Paar Stiefel, resp. Kickschuhe.

Sonntag, Oktober 09, 2005

Wi-Fi

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Die Regierung von San Francisco hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, der zum Ziel hat, die ganze Stadt mit gratis Wireless Internet Access zu versorgen.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/64516

Der Buergermeister von San Francisco, Gavin Newsom, meinte dazu, es sei ein Grundrecht jedes Franziskaners freien Internet Zugang zu haben - eine recht paradoxe Aussage, wenn man bedenkt, dass es in dieser Stadt fast 10'000 Obdachlose gibt, welche nicht mal ein Dach ueber dem Kopf haben und taeglich mit Karton bedeckt in Hauseingaengen auf dem kalten Boden schlafen.

Mich wuerde es aber natuerlich sehr freuen, wenn ich auch im Golden Gate Park auf dem Rasen liegend noch ein wenig surfen und mailen koennte - oder vielleicht sogar von dort aus online arbeiten koennte.

Samstag, Oktober 08, 2005

Thirty-One

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Der 3. Oktober ist nicht nur der Tag an dem die Deutsche Mauer fiel und an dem ein gewaltiges Feuer bei Point Reyes noerdlich von San Francisco ausbrach, es ist auch der Tag an dem ein Baby von viereinhalb Kilo auf die Welt kam, welches nun eindreissig ist (und mit 87 Kilo auch ein wenig schwerer).

Aus Anlass des Geburtstags wurde ich von Lee zu einem Wochenende nach Point Reyes National Seashore eingeladen, wo wir am Sonntag ein wenig auf Singletrails mountainbikten und danach in einem ganz speziellen Bed & Breakfast namens Blackthorne Inn uebernachteten. Das verwinkelte und sehr charmante Holzhaus ist an und in den Wald gebaut.



Da wir die einzigen Gaeste waren, hatten wir das ganze Haus fuer uns, inkl. Cheminee und Hot Tub im Freien. Sensationell!



Am Montag morgen gab es dann von der Koechin ein sehr fuerstliches und feines Morgenessen (so eine Art amerikanische Kaeseschnitte und gebratene Haerdoepfel).

Danach gingen wir reiten auf richtigen Pferden, was fuer mich jedesmal ein rechtes Abenteur (oder Mutprobe?) ist. Doch diese Pferde wissen eh schon genau den Weg, da muss man gar nicht viel steuern. Der Weg fuehrte durch gruenen wilden Wald auf einen Huegel mit Blick aufs Meer. Schon bald hatte ich Mitleid mit meinem Pferd, da es bergauf ziemlich ins Schnaufen und Schwitzen kam, mehrmals anhielt und nur mit gut zureden zum Weiterlaufen bewegt werden konnte.

Nach dem Reiten gingen wir dem Highway 1 entlang die Straende auschecken: Stinson Beach und Muir Beach. Am Montag hatte es natuerlich nicht viele Leute und wir genossen den Sand, die Sonne und die wirklich sehr schoene Atmosphaere am Meer. Den Pelikanen beim Tauchen nach Fischen zuzuschauen war cool.



Irgendwann gegen Abend war es dann an der Zeit zurueckzukehren und ein tolles Wochenende ging viel zu schnell zu Ende. Schade hat man nur einmal im Jahr Geburtstag...

Dienstag, Oktober 04, 2005

Mahesh Subramanian

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Im September besuchte Mahesh Subramanian von Navis India fuer zwei Wochen das Navis Oakland Headquarters. Es war toll Mahesh, welchen ich waehrend meinem Aufenthalt in Chennai kennengelernt hatte, wiederzusehen. Auch wenn er sich aufgrund des schlechten Rufes von Oakland am Abend kaum aus dem Hotel getraute, gefiel es ihm glaube ich recht gut - als frisch gewordener Vater begeisterte ihn besonders das Shoppen im Baby's R Us. Einmal gingen wir mit ihm in der Stadt Essen - von allen Moeglichkeiten wuenschte er sich Indisches Essen... ;-) Es war noch toll, von einem solchen "Experten" beim Bestellen von lauter kryptischen Menus beraten zu werden.

Am Abend seines Abfluges zurueck nach Indien gingen Lee und ich mit ihm in Sony's Metreon Kino - er wuenschte sich Lords of War und war vom amerikanischen Kinoerlebnis hell begeistert. Danach wuenschte er sich, zu unserem Erstaunen, mexikanisches Essen und fand grossen Gefallen daran (der amerikanische Burrito war so gross wie drei Mahlzeiten in Indien).

Nun war es auch schon Zeit fuer Mahesh's Rueckflug nach Chennai. Ich hoffe, wir sehen uns bald einmal wieder.


Sonntag, Oktober 02, 2005

Tarantula Fest

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Gestern Samstag gingen wir einmal mehr in den Henry Coe State Park, diesmal allerdings nicht zum Biken sondern wegen dem alljaehrlichen Tarantula Fest. Zuerst gingen wir mit einem Guide auf einem Pfad Taranteln suchen - leider ohne Erfolg, denn diese Spinnen wissen sich schon zu tarnen und in ihren Loechern zu verstecken. Trotzdem war es eine schoene kurze Wanderung. Danach schauten wir uns ein paar exotische Exemplare an, welche ein Spinnenfreak mitgebracht hatte: farbige, haarige, faustgrosse, etc. aus aller Welt von Suedamerika bis Indien. Uebrigens, dieser Spinnenfreak hat ein Spinnengeschaeft und besitzt ueber 5'000 Exemplare (erstaunlich fand ich noch, dass er die meisten Spinnen online verkauft und per Post 'gut verpackt' verschickt!). An einem weiteren Stand konnte man eine weibliche Tarantel auf den Arm nehmen. Es war wirklich erstaunlich, wie sich das auf der Haut anfuehlte, fast schon, als haetten die Spinnen Leim oder kleine Saugnaepfe an den Beinen. Natuerlich musste das auch photographiert werden...



Bei so vielen Spinnen bekamen wir dann langsam Hunger und staerkten uns mit waehrschafter Ranger BBQ Kost: Steak, Garlic Bread, Salad, and Beans. Mmh... fein!

Das Tarantula Fest war ein toller Anlass bei bestem Wetter und schoenster Aussicht (wie immer in diesem Park). Es war sehr interessant, mehr ueber Taranteln zu erfahren. Auch die respektvolle und nuechterne Art und Weise, wie den Besuchern - Erwachsene und Kinder - die Spinnen praesentiert wurden, war sehr gut gelungen. Ich werde nun aber trotzdem nicht gleich so eine haarige Tarantel kaufen gehen :-)