Dienstag, März 06, 2007

Death Valley Double Century

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Anfang Maerz sind wir in das Tal des Todes gefahren, um an der Death Valley Century and Double Century Velorundfahrt teilzunehmen. Lee absolvierte den 170km Century (105 Meilen) und ich absolvierte den 320km Double Century (200 Meilen).

Das Death Valley liegt in der Naehe von Las Vegas und somit ein rechtes Stueck von San Francisco entfernt. Wir nahmen die 850km lange Autofahrt am Donnerstag Abend in Angriff, uebernachteten in einem Trucker Motel entlang dem Highway, fuhren am naechsten Morgen weiter, und kamen am Freitag fruehnachmittags in Furnace Creek im Herzen des Death Valleys an.





Vor dem Kohlenhydrat-reichen Nachtessen gingen wir uns noch Badwater anschauen, mit 86m unter Meereshoehe der tiefste Punkt in der westlichen Hemisphaere. Das Salzfeld und dessen Formationen waren sehr eindruecklich. Innerhalb von wenigen Minuten Rumlaufen in Badwater merkte ich zudem, wie mein Hals spuerbar auszutrocknen begann. Die Luft hier ist wirklich so trocken, wie man ueberall lesen kann. Das liess schon einiges erahnen fuer die Velofahrt vom naechsten Tag.







Am Samstag morgen um sechs Uhr war es dann soweit, und ich pedalte mit allen anderen Double Century Teilnehmern los. Die Strecke war landschaftlich extrem speziell: fast keine Pflanzen, viele Steine, auf der einen Seite die Berge, auf der anderen Seite die Salzebene, und alles zu unglaublichen Distanzen gedehnt. Die Morgensonne liess die Berge orange-rot erscheinen - genial. Die Temperaturen waren ganz angenehm, sonnig und warm, aber nicht Backofen-heiss wie im Sommer. Ziemlich herausfordernd war allerdings der Gegenwind, den ich etwa sieben Stunden lang voll im Gesicht hatte. Die letzten zwei Stunden fuhr ich in der Nacht und der Vollmond beleuchtete sowohl die Strasse vor mir als auch die Berge zu meiner Seite, das war schon eine ganz spezielle Stimmung.







Nach dreizehneinhalb Stunden, dreitausend Hoehenmetern und dreihundertzwanzig Kilometern kam ich muede aber zufrieden im Ziel an. Abgesehen von gewissen Magenproblemen ging es ganz anstaendig, ich hatte gute Beine, wie Beat Breu jeweils zu sagen pflegte ;-) Lee war schon lange von ihrer Strecke zurueck, welche sie locker meisterte, obwohl sie erst seit Januar ein Rennvelo hat. Da schlummert noch Potenzial fuer mehr ;-)



Nochmals eine Uebernachtung in Furnace Creek, und schon ging es am Sonntag Morgen nach ausgiebigem Fruehstueck an die Rueckfahrt auf San Francisco. Die Strecke aus dem Death Valley National Park heraus fuehrt durch die Berge und war wie bereits auf der Hinfahrt sehr schoen und praktisch ohne Verkehr. Nicht unbedingt der Ort, wo man eine Panne haben will. Bei mir kam waehrend der Autofahrt immer mehr der Hunger auf, und wir hielten an jeder zweiten Raststaette fuer Snacks, Sandwiches und Pasta. Die verbrannten 14'400 kcal vom Vortag mussten wiedergewonnen werden. Abends um acht Uhr waren wir dann wieder zuhause.

Ein super tolles Wochenende - in der Schweiz waeren wir wohl nie an einem Wochenende schnell 1'700km Auto gefahren, aber Kalifornien ist halt ein wenig groesser als die Schweiz und die mentale Einstellung zu Distanzen ein wenig anders.