Samstag, April 25, 2009

Grand Canyon South Rim AZ

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Seit Tucson waren wir noerdlich gefahren Richtung Grand Canyon National Park, und nun waren wir hier. Der Grand Canyon ist extrem eindruecklich und sieht von jeder Stelle und zu jeder Tageszeit wieder anders aus. Er ist in allen Dimensionen so gross, dass es eigentlich unmoeglich ist, die Weite und Breite und Tiefe zu erkennen und zu schaetzen (und zu beschreiben).



Am zweiten Morgen stand ich frueh auf und ging mir den Sonnenaufgang anschauen. Die beleuchteten Felsen und die geworfenen Schatten waren sehr schoen zu betrachten. Die Indianergesaenge waren allerdings ziemlich aufdringlich, empfand zumindest ich. Als dann auch noch Dutzende von Touristen in ihren selbstgestrickten Roecken und Halstuechern mit Bongo Spielen und Tanzen anfingen, war es endgueltig vorbei mit dem Frieden, und ich verliess genervt das Geschehen.



Gerne waere ich mit Lee zum Colorado River runter gewandert, aber diese anstrengende Wanderung kam mit Lionel und Floyd nicht in Frage. Der Grand Canyon war aber auf jeden Fall sehr imposant. Da momentan keine Saison ist, hatte es zudem nur sehr wenig Leute in dem Park, was den Aufenthalt und die Ausfluege sehr gemuetlich machte (vorallem wenn Kind und Kinderwagen und Hund jeweils dabei sind).



Nach zwei Naechten verliessen wir, gesaettigt mit scenic views, den Park und umfuhren den Canyon ostwaerts Richtung Norden.

Donnerstag, April 23, 2009

Flagstaff AZ

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Eigentlich wollten wir in Flagstaff nur kurz stoppen fuer eine kleine Trailer Reparatur, doch es war wie verhext, und wir mussten bis Mittwoch Mittag ausharren.

Der Slide-Out des Trailers war am Montag morgen geflickt, dann gingen wir am Nachmittag noch die Reifen ersetzen und stellten dabei fest, dass die Achsen neu aligniert werden mussten. Dafuer gab es aber erst am Dienstag einen freien Termin. Dienstag Abend war dann endlich auch dies gemacht, und wir waeren bereit zur Weiterfahrt gewesen, haetten die daemlichen Mechaniker nicht vergessen, den Wagenheber aus dem Weg zu nehmen, was dazu fuehrte, dass unsere Abwasserrohre beschaedigt waren und wir diese erst am Mittwoch Morgen reparieren lassen konnten. Mittwoch Mittag war es dann soweit, und wir konnten endlich zum noerdich gelegenen Grand Canyon losfahren. Zwei Tage zum Vergessen. Und von Flagstaff will ich nie mehr was hoeren oder sehen.

Einzig Lionel war gluecklich, denn er wurde auf dem Gelaende des Safeway in einem Einkaufswagen mit vormontiertem Auto mit Doppelsteuerrad herumgefahren.

Dienstag, April 21, 2009

Sedona AZ

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Die naechste Etappe begann mit einer heftigen Pass-Ueberquerung. Die enge und steile Strasse wand sich immer mehr in die Hoehe. Unsere Auto musste kraeftig arbeiten und lechzte nach Luft in ueber 2000m Hoehe. Es zog den Trailer aber zuverlaessig bis ganz nach oben und liess sich von der Autoschlange hinter uns nicht kuemmern (wir uns auch nicht).



Auf der Runterfahrt vom Pass durchfuhren wir Jerome, das wie ein Innerschweizer Dorf steil am Berg gelegen ist.



Bald darauf erreichten wir Sedona, welches von eindruecklichen Bergen umschlossen ist, sich mit all den Hotels und Laeden leider aber auch extrem touristisch gibt.



Wir fanden einen einfachen Campingplatz ausserhalb des ganzen Zirkus in einem schoenen bewaldeten Tal mit einem Fluss. Es war sehr friedlich dort, und wir blieben gleich fuer zwei Naechte, um mehrere Ausfluege machen zu koennen. Daneben verbrachten wir die Zeit mit Spielen am Fluss, Steaks Grillieren und Tannzapfen Sammeln.







Einer der Ausfluege fuehrte uns mit unserem 4x4 auf einer Offroad-Strasse hoch in die Berge (Lionel schlief trotz des Geruettels ein) und ein anderer fuehrte uns zu Fuss entlang des West Fork Oak Creek Trail. Diese zweistuendige Wanderung ging ganz gut zu viert: Lionel trug seinen Stoffhase, Lee trug Lionel im Carrier, Floyd trug sein Wasser im Rucksack und ich trug unseren Rucksack. Wir waeren noch ein wenig schneller gewesen, haetten uns nicht alle Wanderer auf Lionel und/oder Floyd angesprochen (was eigentlich fast immer und ueberall passiert).









Nach zwei Naechten verliessen wir die Idylle und fuhren weiter nordwaerts.

Sonntag, April 19, 2009

Prescott AZ

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Wir machten in Prescott einen naechtlichen Halt und entdeckten einen sehr schoenen Seeweg. Endlich konnte Floyd wieder mal frei herumrennen und Schnueffeln so viel er wollte. Weiter suedlich durfte er das naemlich nie, da momentan sehr hohe Klapperschlangengefahr herrscht (man kann in den USA uebrigens Hunde gegen Klapperschlangen 'immunisieren', so dass sie beim Geschmack von Schlangen gleich kehrtum machen). Floyd nutzte seine Freiheit aus, und man konnte ihm seine Zufriedenheit seinem leichtfuessigen Gang, dem Schwanz in der Hoehe und der Nase in der Luft ansehen.



Das Nachtessen im In-N-Out Burger war eine rechte Enttaeuschung, hatte ich mich gedanklich doch schon auf ein saftiges bruzelndes Steak eingestellt. Tagsdarauf ging ich fruehmorgens nochmals zu dem See mit Floyd. Dieses Mal musste er allerdings fuer den zweiten Teil des Weges seinen eigenen Rucksack mit Wasser schleppen, um in Form zu bleiben. Er schlief danach tief und fest im Auto, waehrend wir weiter noerdlich fuhren.

Samstag, April 18, 2009

Apache Trail AZ

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Nach langer Fahrt mit zahlreichen Umfahrungen und Fehlabbiegungen (trotz GPS...) kamen wir in Apache Junction an und uebernachteten im Old Dutchman State Park am Fusse der Superstition Mountains. Beim Joggen am Morgen verpasste ich eine Abbiegung und war ploetzlich auf halber Hoehe zum Berggipfel. Die Aussicht, die schoenen zwitschernden Voegel und die friedliche Stimmung waren aber eine tolle Belohnung fuer die Strapazen. Lionel lief an diesem Tag einen Kilometer zu Fuss entlang einem Entdeckungspfad - er war wie immer nicht zu bremsen in seinen blauen Crocs: auf jeden Vogel zeigen, jeden Pfosten beruehren, Steine vom Boden aufheben und mitschleppen, Floyd an der Leine fuehren, zehn mal ueber jede kleine Bruecke laufen, etc. Alles immer mit ernster Miene, zielgerichteten Zeigbewegungen und jede Hilfe abweisend. Er schlief an diesem Abend vierzehn Stunden.





Spontan entschieden wir uns, am kommenden Tag noch einen Teil des Apache Trails abzufahren. Und wow, was fuer eine Ueberraschung, die historische Strasse war atemberaubend schoen. Die Strasse wand sich immer mehr in die Hoehe, vorbei an zwei Seen, dann ganz steil runter auf der anderen Seite und an noch einem See vorbei. Floyd liessen wir beim zweiten See im Trailer, da er nicht sonderlich Freude an Offroad Strassen hat. Lionel spielte waehrend der rumpelnden Fahrt friedlich in seinem Kindersitz. Um seine Geduld nicht ueberzustrapazieren, kehrten wir kurz vor dem 280m hohen Roosevelt Dam um und blieben ueber Nacht am Canyon Lake, dem zweiten der drei Seen.





Wie die meisten Campingplaetze war auch dieser fast leer unter der Woche und mehrere Lokale schwaermten von dem most peaceful place on earth. Da war was dran, bis dass Lionel mit dem Plastikauto zwischen den Campers rumkurvte und Floyd wie ein Hase entlang der Uferwiese rannte. Die Leute nahmen es, wie fast immer eigentlich, mit einem Schmunzeln.





Nur ungern verliessen wir den eindruecklichen Apache Trail und dessen Canyon Lake um weiter Richtung Norden zu fahren.

Mittwoch, April 15, 2009

Tucson AZ

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Unser suedlichstes Ziel in Arizona war Tucson. Die Fahrt dorthin von der Mojave Wueste her zog sich ein wenig, war aber insbesondere dem Highway 95 entlang sehr schoen. Natuerlich erwischte ich genau die einzige Tankstelle entlang dem Weg wo das Benzin $3.35 kostete und nicht nur $1.95. Dieser Fehler wird mir sicher nicht mehr passieren auf der weiteren Reise... Je naeher wir an Tucson kamen, desto mehr Kakteen sahen wir, bis diese schlussendlich die Lanschaft vollstaendig dominierten. Es ist schon sehr cool, wenn man in die Weite blickt und ueberall sieht man diese Lucky Luke aehnlichen Kakteen - genannt Saguaro - meterhoch emporragen.



Wir besuchten die verschlafenene Altstadt von Tucson mit ihrer mexikanisch beeinflussten Architektur und Lionel lief dabei wie immer in alle Richtungen auf der Suche nach Voegeln, Pfosten, Wasserhaehnen, Musikanten und Treppen.







Wir blieben auf einem nicht sehr eindruecklichen RV Park und wurden gleich von einer netten jungen Familie zum Osterei-Suchen und Hamburger-Essen eingeladen. Lionel freute sich ueber die gefunden Eier und ich mich ueber die Burgers. Windmuehlen-Bauer Tim, seine Frau und ihre zwei Kinder leben in einem riesigen 5th-Wheel Trailer und reisen jeweils dorthin, wo er Arbeit hat. Ganz lustig fand ich seine Erzaehlungen vom Schaf-Rodeo, bei welchen seinen Kinder mitmachen.

Nachdem wir unsere Vorraete aufgestockt hatten und der Trailer eine kleinere Reparatur hinter sich hatte, fuhren wir nach zwei Tagen zum nahegelegenen Saguaro National Park, wo wir einen einfachen aber wunderschoen gelegenen Campingplatz inmitten von Kakteen fanden. Von dort aus besuchten wir das Wuestenmuseum, wo Lionel endlich all die Tiere zu Blick bekam, welche er bisher nur aus Buechern kannte: Puma, Papagei, Erdmaennchen (Prairie Dogs), Rehe, Truthan und weitere. Die Faszination war in seinem Gesicht abzulesen. Als die Papageie immer wilder zu schreien anfingen, war es aber auch ihm dann ploetzlich zu viel :-)







Wir gingen unterwegs die San Xavier Mission Church, die aelteste noch aktive katholische Kirche der USA, anschauen. Ihr weisses Erscheinen ergibt einen schoenen Kontrast zur umgebenden braunen Wueste.




Wir besuchten auch die Filmstudios von Old Tucson, in welchen man sich wie im Wilden Westen fuehlte. Hier wurden frueher zahlreiche Western Filme gedreht mit Legenden wie John Wayne und James Stewart. Es gab unterhaltende Cowboy Shows und Lionel war von den Postkutschen und Pferden nicht mehr loszubekommen (er imitierte dauernd ihr Wiehern). Auch die Fahrt in den Old Timern und auf dem Karussell beeindruckten ihn sehr.





Zum Abschluss unserer Zeit in Tucson gingen wir in dem Saguaro Desert National Park Steinbeschriftungen anschauen.



Mir hat Tucson und die umgebende Region extrem gut gefallen. Warmes trockenes Klima, gemuetliche Stadt, schoene Landschaft... Nun verliessen wir Tucson Richtung Norden.

Montag, April 13, 2009

Picacho Peak State Park AZ

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Ostern verbrachten wir im Picacho Peak State Park, westlich von Tucson gelegen. Floyd konnte dort erst einmal lernen, dass Kakteen Stacheln haben und besser gemieden werden. Er vermisste ganz offensichtlich all die kalifornischen Baeume zum Markieren.



Lionel ging am Sonntag zum ersten Mal auf Osterei-Jagd. Lee kleidete ihn dazu schoen ein, doch Lionel kletterte sogleich durch den Grill und kam in Asche gehuellt auf der anderen Seite wieder raus - sehr zur Freude von Lee ;-) Zum Aufwaermen fuer die Suche spielte er noch ein wenig mit Floyd.





Fuers Osterei Sammeln bekam Lionel einen leeren Korb in die Hand, und schon sehr bald hatte er das Konzept der Eiersuche begriffen. Er war danach nicht mehr zu stoppen. Alle Schoggi-Eier wurden sorgfaeltig in den Korb gelegt, nur die Hasen weigerte er sich, in den Korb zu legen. Offenbar passte deren Form nicht zu der runden Form der Eier. Dass all die versteckten Sachen Schokolade beinhalteten, wusste er noch nicht. Nach einer gewissen Zeit hatte er aber auch dieses Raetsel gelueftet.









Es hat allen sehr Spass gemacht, Ostern in dieser schoenen Umgebung zu verbringen.

Freitag, April 10, 2009

Mojave National Preserve CA

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Wir nahmen es gemuetlich mit dem Fahren - mit Lionel und Floyd kann man keine riesigen Tagesstrecken zuruecklegen - und hielten fuer Mittagessen und Sightseeing.





Es gibt im frueheren Wilden Westen viele ghost towns, und wir besuchten eine solche in Calico. Es war recht faszinierend zu sehen, dass vor noch nicht allzulanger Zeit wirklich solche Staedte existierten und bluehten - nicht nur in den Filmen.



Nach zwei Uebernachtungen in RV Parks kamen wir an unserem naechsten Ziel an: das Mojave National Preserve. Die Fahrt zur Mojave Wueste hatte an viel trockenenem, staubigem und teils verlassenem Niemandsland vorbeigefuehrt.



Aus dem Nichts tauchte dann ploetzlich die Bahnstation von Kelso auf, mitten in der Wueste gelegen. Die Station dient heute nur noch als Informationszentrum, aber Gueterzuege von Los Angeles nach Sacramento fahren noch immer vorbei. Die Post ist allerdings nicht mehr in Betrieb.



Eingedeckt mit Kartenmaterial fuhren wir zum einfachen Campingplatz bei Hole-in-the-Wall. Dieser war wunderschoen gelegen am Fusse eines grossen vulkanischen Felsens.



Wir blieben zwei Naechte und machten Ausfluege zu den Kelso Sand-Duenen, den Joshua Trees und dem Hole-in-the Wall Pfad. Sand-Duenen zu sehen mitten in der steinigen Wueste war ziemlich bizarr. In Mojave findet man die dichteste Ansammlung von Joshua Trees, und es war ein sehr eindrueckliches Bild, so viele dieser speziellen Baeume auf ein Mal zu sehen. Der Hole-in-the-Wall Pfad war cool, denn man kommt an Felsen aus Vulkanstaub vorbei, die wie ein Emmentaler Kaese voll Loecher sind (die Loecher waren frueher mit vulkanischen Gasen gefuellt). Lionel im Rucksack hat dieser Weg auch sehr Spass gemacht - er zeigte wie immer auf jeden kreisenden Vogel und war beim Hochklettern an der Eisenkette mit Interesse dabei.









Fuer Floyd war das Klima doch einiges zu heiss hier, und so machte ich mit ihm jeweils schoene Morgen- und Abendspaziergaenge. Das morgendliche Joggen in der stillen Wueste unter aufgehender Sonne war ein Privileg. Nicht vergessen werde ich den eisigen Wind, welcher zum Teil so stark blies, dass ich in der ersten Nacht meinte, jetzt wuerde gleich unser Trailer umgeworfen.

Von der unerwartet eindruecklichen und abwechslungsreichen Wueste fuhren wir danach Richtung Osten in den Staat Arizona und zurueck in die Zivilisation.