Donnerstag, Februar 24, 2005

Four Months in San Francisco...

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Die Zeit vergeht wie im Flug und wie Ihr dem Titel entnehmen koennt, habe ich inzwischen meine Zeitrechnung von Wochen auf Monate umgestellt.

Zuerst noch eine Korrektur zu meinem letzten Mail: ja, ich weiss, "Latte Grande" ist natuerlich italienisch und nicht franzoesisch! Ui, da musste ich mir ja einige belehrende Mails bezueglich meinen Fremdsprach Kenntnissen anhoeren - und das alles trotz drei Jahren Italienisch Unterricht in der Schule ... ;-)

Anfang Dezember letzten Jahres ging ich mit meinem Gastgeber Jon und seiner Familie Skifahren in Kirkwood in den Sierras. Das haette ich mir nicht ertraeumt: in Kalifornien's Bergen kann man Skifahren wie in der Schweiz. Ueber Neujahr hatten sie dort ueber fuenf Meter Schnee, ganze Doerfer waren eingeschneit und die Paesse nach Nevada waren gesperrt! Nur vier Stunden entfernt genossen gleichzeitig die Surfer das Wellenreiten im Pazifik - sehr eindruecklich. Lustig waren die Bilder im Fernsehen von all den Stadtleuten, welche auf der Autobahn in Shorts frierend Schneeketten montieren mussten - da ist noch ein wenig ueben angesagt :-)

Weihnachten habe ich bei der Familie der Schwester von Lee verbracht. Das Fest bei Michele und Andy stand ganz im Zeichen ihrer drei Kinder und war eine sehr schoene Zeit. Die bitterkalten Temperaturen in Connecticut war ich mir nach drei Monaten Kalifornien allerdings schon nicht mehr so gewohnt. Das macht mir im Hinblick auf eine Rueckkehr in die Schweiz schon jetzt ein wenig sorgen - ich will ja hier nicht verweichlichen...

Mitte Januar ist dann endlich Lee hier in San Francisco eingetroffen. Nun war endgueltig Schluss mit Hacken bis tief in die Nacht und am Wochenende... Lee hat auch gleich die Wohnungssuche aufgenommen und kannte nach zwei Wochen die Stadt bereits besser als ich nach drei Monaten. Und wir (Lee) wurden auf Anfang Februar fuendig - wir sind nun im Duboce Triangle zuhause, an einer ruhigen Querstrasse zur Haight Street nicht weit von Golden Gate Park und Pazifik entfernt:

Lee Barman & Etienne Studer
16 Broderick St
San Francisco, CA 94117
USA

+1 415 552 29 22

Es ist schoen, nun wieder ein eigenes zuhause zu haben, und wir sind inzwischen schon recht wohnlich eingerichtet. Die groesste Frage ist momentan, wo wir all unsere sechs Velos versorgen sollen und ob wir weiterhin ueber das Wireless Lan unseres unwissenden Nachbarn surfen sollen... Zwei Tage nach dem Einziehen hatten wir auch schon ersten Besuch aus der Schweiz durch Marcel Salathe und Rahel. Sie konnten sich zwischen den Zuegelkisten vom Jetlag erholen und sich auf ihre bevorstehende Reise durch den Westen der USA bis nach Mexiko vorbereiten.

Die Arbeit bei navis macht noch immer Spass und bleibt spannend. Es gibt aber sehr viel zu tun, und es ist manchmal schwierig ein Gleichgewicht zu finden zwischen Arbeit und Freizeit. Aber mit dem kommenden Fruehling und dem zu erwartenden schoenen (Velo)Wetter wird sich das von alleine loesen... Die Geschaeftsreise nach Indien war zudem eine tolle Abwechslung.

Eine kleine Randbemerkung fuer all jene, die mich ein wenig besser kennen: ich besitze nun ganze zwei Paar Alltagsschuhe - natuerlich wieder Nike Turnschuhe. Als wir kuerzlich im Niketown waren, konnte ich der Auswahl nicht widerstehen, besonders nicht, da es sich bei dem einen Paar um ein Lance Armstrong Modell handelt! Genial!

Die Basler Fasnacht habe ich hier sehr vermisst und habe waehrend der drei Tage oft an Trommeln, Konfetti, Schnitzelbaengg und Gaessle gedacht. Die grosse traditionelle Chinesische Neujahrsfeier im Zentrum von San Francisco war da nur ein schwacher Trost, aber trotzdem sehr eindruecklich zum Zuschauen: Drachen, Rooster Kostueme, Musikanten, Kung-Fu Kaempfer, etc. Unglaublich - oder muss ich sagen typisch amerikanisch - ist allerdings, dass saemtliche teilnehmenden Gruppierungen gesponsert waren und auf ihren traditionellen Flaggen, Kostuemen und Wagen grosse Werbebanner von UPS bis McDonalds trugen. An der Basler Fasnacht wohl unvorstellbar...

Inzwischen liegen Christmas und New Years weit zurueck und man sehnt in Kalifornien dem Fruehling entgegen. Es regnet momentan regelmaessig, doch dazwischen zeigt sich immer wieder mal die Sonne mit warmem Sonnenschein. Ich gehe noch immer mit dem Velo und der Metro zur Arbeit und verbrenne so ueberzaehlige Kalorien von Chips, Burgern und Cookies ;-)

In der letzten Woche vom April fliegen Lee und ich fuer eine Woche in die Schweiz, da meine Schwester Tabea heiraten wird. Wir freuen uns darauf, an diesem Ereignis teilzunehmen und ein wenig Schweizer Energie zu tanken.

An das Leben hier habe ich mich recht gut gewoehnt und fuehle mich sehr wohl. Ich staune ueber Neues, akzeptiere Fremdes und ignoriere Negatives. Und mit einer Spur Sarkasmus faellt einem oft alles noch ein wenig leichter ;-)

Ich wuensche Euch und Euren Familien eine schoene Zeit und freue mich darauf, hoffentlich viele von Euch Ende April in der Schweiz wiederzusehen (ab Samstag 23. April bis und mit Sonntag 1. Mai).

Gruess, Etienne

Mittwoch, Februar 23, 2005

Business Trip to India

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Anfang Februar bekam ich die Gelegenheit, fuer eine Woche zu unserer navis Filiale in Indien zu gehen und ihre Entwickler in einer bestimmten Java Technologie zu schulen (fuer die Kenner: ULC).

Die Reise begann nicht wie geplant... Mein Flug ging am Samstag um 12:05am in San Francisco ab. Als ich dazu am Samstag Morgen am Flughafen eintraf, wurde mir erklaert, dass ich einen halben Tag zu spaet einchecke - der Flug sei bereits um zwoelf Uhr in der Nacht losgegangen... AM und PM und eine Zeitdifferenz von 13 Stunden mit Datumswechsel machen es einem aber auch nicht gerade einfach.

Gluecklicherweise waren die am Schalter sehr nett zu mir, oder hatten einfach Mitleid mit solch einem Anfaenger, auf jeden Fall erwischte ich einen anderen Flug und "musste" aber einen Tag zwischenlanden in Singapur, was mir die unerwartete Gelegenheit zu Sightseeing in einem mir voellig unbekannten Land gab.

Singapur war sehr eindruecklich. Alles mega sauber, ordentlich und organisiert. Wer Kaugummi kaetscht und ausspuckt, muss nebst einer Geldbusse einen Tag lang mit so einem Riesenschild an Bauch und Ruecken rumlaufen, auf welchem dann was steht in der Art von "Lasst uns unser Land sauber halten". Natuerlich war ich gerade genuesslich am Kaugummi kauen, als ich den Zoll passierte - aber es geschah nichts. Das waere ja toll gewesen, mit so einem Schild am Ruecken den Tag in Singapur zu verbringen. Historisch und politisch war die Sightseeing Tour sehr interessant und am Abend flog ich dann, reich an vielen Eindruecken, endlich an mein Ziel: Chennai (frueher Madras genannt) in Suedost Indien.

Am ersten Tag gab es Thailaendisch zum Mittagessen und Chinesisch zum Abendessen. Unter Schweissperlen und Krampferscheinungen nahm ich die Nahrung widerwillig auf und schwor mir, in Zukunft vor Eintritt in ein Restaurant immer zuerst die Speisekarte genau zu studieren. Food von oestlich der Schweiz ist nun mal nicht mein Ding.

Obwohl ich nur einen ganz kleinen Teil von Indien gesehen habe, so bin ich doch ganz begeistert und fasziniert von diesem Land. Das Leben in diesem Land scheint gepraegt von einer langen Geschichte, diversen Kulturen und vielfaeltigen Religionen. Alle Handlungen sind ueberlegt, alle Rituale durchdacht - eigentlich scheint es hier fuer alles eine Begruendung zu geben. Ich kam mir ein wenig wie ein unwissender westlicher Barbar vor, aber die Personen haben mich hier trotzdem wie einen Koenig behandelt, dabei bin ich doch nur ein kleiner Programmierer. Ich habe mich dann mit einigen Toblerones bedankt, was fast zu firmen-internen Schlaegereien ueber die verschiedenen Tobleronefarben zwischen den sonst so friedlichen Indern fuehrte...

Unvorstellbar war in Chennai der Verkehrsfluss. Die Inder lehrten mich, dass es auf der Strasse nur eine Regel gibt: "Don't follow the rules". Das sagt eigentlich schon alles. Als wir einmal ueber die Strasse liefen zum Mittagessen, bildeten die navis Inder eine Art Ring um mich wie frueher die Roemer in ihren Verteidungsformationen und eskortierten mich so sicher ueber die Strasse... Alleine wuerde ich wohl jetzt noch dortstehen und auf eine Verkehrsluecke warten, oder ich waere von einem wilden Tuc-Tuc Fahrer aufgespiesst worden. Trotz dem vermeintlichen Verkehrschaos kommen Passanten, Velo Fahrer, Tuc-Tuc Fahrer, Toeff Fahrer und Automobilisten gut und ohne Agressivitaeten aneinander vorbei. Schade kann das in Europa und in Amerika nicht auch so friendlich sein.

An eines hatte ich mich auch nach einer Woche noch nicht gewoehnt: die Inder schuetteln/schaukeln immer den Kopf, wenn sie etwas antworten, und sei es auch, dass sie etwas bestaetigen oder einfach nur 'Ja' sagen. Wenn ich also waehrend dem Kurs fragte, ob alles verstaendlich sei, so blickten mich zehn Inder kopfschuettelnd an, was mich das erste Mal ziemlich aus dem Konzept brachte und mich meinen Vortragsstil ueberdenken liess ;-)

De Rueckflug verlief dann reibunglos und 24h (!) spaeter traf ich wieder in San Francisco ein. Indien war ein Riesenerlebnis, der Alltag von Chennai sehr eindruecklich und die Leute unglaublich nett. Ich hoffe, wieder einmal fuer navis dort hingehen zu "muessen".

Etienne

Montag, Februar 21, 2005

Finally online

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Endlich habe ich die Zeit gefunden (President's Day), einen Blog aufzusetzen. In Zukunft werde ich Neuigkeiten und Ereignisse hier platzieren. In deutscher (schweizer) Sprache - wie unschwer zu erkennen. Ich hoffe, damit dem einen oder anderen ein wenig Einblick in unser Leben zu geben. So spannend ist es ja nicht, aber man erlebt doch einiges mit der Zeit...

Ueber Nachrichten von Euch freue ich mich hier natuerlich jederzeit!

Gruess, Etienne

P.S. Die zwei San Francisco Mail Berichte des letzten Jahres habe ich der Vollstaendigkeit halber dem Blog noch zugefuegt.