Vergangene Woche war ich fuer navis bei einem potenziellen Kunden in
Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Noch nie zuvor war ich in einem arabischen Land, und ich war gespannt auf dieses fuenf-taegige Abenteuer.
Die rund 20h Stunden Reiseizeit SFO-JFK-Dubai gingen recht schnell vorbei, denn der Service von Emirates Airlines war erstklassig, und man wurde so oft gefuettert, dass ich nicht mal dazu kam, die von Lee selbstgemachten Sandwiches zu essen. Die ca. 600 Audio/Visio Kanaele eingebaut in den Vordersitz sorgten zudem fuer genuegend Unterhaltung.
Bevor ich es vergesse zu erwaehnen, in Dubai ist es sau heiss. Momentan so um die 40 bis 45 Grad Celsius und im Hochsommer ueber 50 Grad Celsius.

Angekommen in Dubai, ging es zuerst quer durch die Stadt ins etwas ausserhalb gelegene Hotel. Die 45 km Fahrt dorthin im Taxi (welches mich voll ueber's Ohr haute mit dem Preis, worueber ich mich noch heute aergere) war recht interessant, denn ich bekam einen Eindruck von dem Wachstum dieser Stadt. Unglaublich wie da ein Wolkenkratzer neben dem anderen gebaut wird. Man sagt, dass rund 25% aller Baukraene in Dubai sind!


Was man sich bewusst sein muss, ist dass hier eigentlich reine Wueste ist - kein Bluemchen, kein Seelein weit und breit, einfach nichts ausser beige-farbener trockener Boden. Doch dies ist kein Hindernis fuer die Dubaianer, denn mit den schier unbegrenzten finanziellen Mittel bringen sie saftige gruene Golfplaetze, von Wasser umgebene Hotels oder auch eine Indoor-Skianlage hervor. Kaum vorstellbar, was fuer ein Energieaufwand noetig ist, um diese riesige Skihalle kuehl zu halten waehrend draussen zwischen 40 und 50 Grad Celsius herrschen.



Ich war in einem Hotel der
Marriott Courtyard Kette untergebracht, sozusagen der kleine Bruder des
Marriott was Preis, Sterne und Lage angeht. Ich fand es dort ausgesprochen nett und auch sehr angenehm, vor oder nach getaner Arbeit ein wenig in dem top-equipment Fitnessraum zu schwitzen (als haette ich das bei der herrschenden Hitze nicht schon den ganzen Tag getan), eine feine italienische Mahlzeit zu essen, oder an der Pool Bar bei einem frischen Mango-Drink ueber die Notizen zu gehen. Okay, das hoert sich jetzt alles sehr nach Ferien an, waren es aber nicht!



Ich kam schon am Sonntag an und nutzte den Tag, um ein wenig die Stadt zu erkunden. Nachfolgend ein paar Eindruecke...
Bald stellte ich mit einem sehr unguten Gefuehl fest, dass ich hier ueberall auf Schildern als Salat angeboten werde.

Will man hier Auto fahren, so muss man im Strassenverkehr mit den Gefahren von Flugzeugen und Kamelen umgehen koennen.

Verzweifelt habe ich nach dem alten Dubai gesucht, und irgendwo zwischen modernen Gebaeuden im/das Museum gefunden. Auch dem Fluss entlang kam mehr Arabien Stimmung auf.




Auf einer Bootsfahrt den Fluss hinauf, kamen wir am Heim des Scheichs vorbei. Ich haette ein Panorama Bild machen muessen, um alles drauf zu bekommen. Ohne zu uebertreiben, wir fuhren fuer mehrere Minuten seinem Palast entlang.

Gondeln bringen einen nicht nur ins alpine Skigebiet, sondern auch von einem Golfloch zum naechsten.
Good morning good evening sir, come here sir, only twenty dollars for Rolex watch original.
Very good special price for you sir.
Das wohl teuerste Fruehstueck meines Lebens nahm ich am Montag morgen fuer umgerechnet 80 US$ im
Burj-Al-Arab ein, inklusive kleiner Hotel Fuehrung (einmal mehr ist mir die Abzockerei ein grosser Aerger). Das 7* Hotel in Segelform gebaut auf Wasser und hoeher als der Eiffelturm war noch interessant einmal gesehen zu haben, wenn mich auch der Protz und das ganze Gold nicht sonderlich beeindruckt haben.





Daneben verblasst das 5*
Jumeirah Beach Hotel mit der Form einer brechenden Welle gerade ein wenig.


Toll war auf jeden Fall die Sicht aus dem Restaurant im 28. Stock des Burj-Al-Arab Hotel, sowohl auf die Stadt als auch auf Palm Beach. Palm Beach ist eine kuenstliche Halbinsel erschaffen in Form einer Palme. Die haben wirklich zuviel Geld dort.



Zu meiner Wuesten Safari spaeter separat mehr Details.
Den geschaeftlichen Teil meiner Reise verbrachte ich vorwiegend im Hafen von Dubai, wo Terminals von unglaublichen Dimensionen die Millionen Flut an eintreffenden und verlassenden Containern abwickeln. Der eine Hafen in der Freezone mit einer Laenge von ca. 8km sprengte meine Vorstellungskraft in allen Bereichen, wenn dies in Bildern auch nicht wirklich wiedergegeben werden kann. In alle Richtungen Container, Lastwagen und sonstige Vehikel soweit das Auge reicht. Wenn da die Software einen Bug hat und ein Container verloren geht, dann ist jener fuer immer verloren und um die verderbliche Krabben Ware ist es geschehen.



Es war eine interessante Woche. Ich hatte auch gehofft Philipp zu treffen, welcher in Dubai wohnt und arbeitet, aber er war natuerlich gerade in dieser Woche ausser Lande - schade :-( So schuf ich mir alleine einen Eindruck von dieser Stadt und ehrlich gesagt, ich war froh nach einer Woche wieder zurueckzukehren in die Bay Area. In Dubai ist alles kuenstlich erschaffen mit unerschoepflichen finanziellen Mitteln. Deshalb wohl auch die mehrmals gehoerte kritische Aussage
there is nothig here. Generell scheint sich hier eh alles um Geld, Shopping, Parties und Luxus zu drehen (je goldiger desto teurer desto besser). Alles nicht so mein Ding. Die arabische Mentalitaet wie ich sie erlebte blieb mir generell relativ fremd.
Zurueck in San Francisco, stieg ich gleich auf mein Mountain Bike und fuhr in die Marin Headlands, was mein Herz gluecklich hoeher schlagen liess. Keine Klimaanlage, kein Gold, keine glasigen Wolkenkratzer, dafuer schoene Bikewege und einzigartige Aussichten auf die rauhe Kuestenlinie entlang dem Pazifik.