Als wir letzten Sommer im Yosemite waren, da haben wir uns vorgenommen, dieses Jahr auf den Gipfel des
Half-Dome zu wandern. Vergangenes Wochenende war es nun soweit, und wir freuten uns sehr darauf, diesen beruehmten Berg am Ende des
Yosemite Valley zu erklimmen.
Wir fuhren bereits am Donnerstag Abend los und uebernachteten in einem Motel entlang dem Weg. Was immer wieder auffallend ist, ist wie in den Restaurants die Portionen groesser werden, je weiter von der Stadt man sich entfernt. Zum Beispiel gab es im von uns besuchten Steakhouse als Beilage Baby-Ribs... ich kenne Rippchen eigentlich eher als Hauptgang und nicht als Beilage zu einem 300g New York Steak :-) Doch was nicht gegessen wird, das nimmt man einfach als
doggy bag mit fuer den naechsten (mitternaechtlichen) Hunger.
Am Freitag besuchten wir auf dem Weg in den Yosemite National Park die
Mariposa Grove, wo es riesige Sequoia Baeume gibt. Sequoias und Redwoods werden beide extrem alt, manche bis zu zweitausend Jahren. Im Unterschied zu den schlanken Redwoods in der Bay Area sind die Sequoias aber extrem dick im Stamm (dafuer nicht ganz so hoch) - der riesige
Giant Grizzly genannte Baum ist bestes Beispiel dafuer.





Gegen Nachmittag trafen wir im Yosemite Valley ein. Wir hatten bereits vor Monaten gebucht, doch schon damals war der Campground ausgebucht, weshalb wir in einem Hauszelt im Curry Village uebernachten mussten. Diese Zelte sind ziemlich primitiv und haben weder Heizung, Baeren Container, noch sanitaere Einrichtungen. Das war aber eigentlich egal, wir kamen ja des Wanderns wegen und brauchten einfach eine Schlafgelegenheit. Einzig muehsam war, dass man kein Essen oder Trinken oder sonst Aromatisches (Zahnpasta, Sonnencreme, etc.) in dem Zelt haben durfte und unser Baeren Container etwa hundert Meter entfernt war (Gratulation dem Architekten...). So pilgerten wir x-mal zwischen Zelt und entferntem Baeren Container hin und her, bis alles verstaut und bereit war fuer die Wanderung vom kommenden Tag. Fuer unseren Riesen Cooler mussten wir zudem eine extra Box mieten - ganz wie die Amis.

Am Samstag war um 4.30h Tagwache (sehr zur Freude von Lee...) und um 5.00h war Abmarsch Richtung Half-Dome, ausgeruestet mit je 4l Wasser, 3kg Photoausruestung (Lee's Riesen Objektive...) und diverser Verpflegung. Wir wanderten zwei grossen Wasserfaellen entlang nach oben, bevor sich nach zwei Stunden ein Waldweg um den Berg zu winden begann.



Weitere zweieinhalb Stunden spaeter waren wir am Fuss des Gipfels angelangt. Nun galt es, ausgeruestet mit Handschuhen, entlang von Metall Kabeln die letzten hundert Hoehenmeter zu erklimmen. Das war noch recht intensiv, kruemmte sich der Berg doch links und rechts vom Weg unhaltsam dem Tal entgegen - besser keinen Fehltritt machen an dieser steilen Felswand.

Auf der Spitze des Half-Dome angekommen, bewunderten wir die grandiose 360 Grad Aussicht. Das Panorama dort oben ist unbeschreiblich, und wir genossen jeden Augenbblick, waehrend wir gleichzeitig unseren Lunch aus dem Rucksack verzehrten (wir hatten wie immer Nahrung fuer eine vierkoepfige Familie dabei, es war aber den schweren Rucksack wert!).




Wir hatten noch was zu feiern, und dann machten wir uns wieder an den Abstieg. Dieses Mal waren die Metall Kabel ziemlich muehsam, denn inzwischen waren auch jene in Sandalen, jene in Jeans, jene mit den Cowboy Hueten und die Uebergewichtigen am Fusse der Kabel angelangt, und es bildete sich eine Menschentraube entlang den ganzen Kabeln - und das alles mit Gegenverkehr. Ein volles Ghetto. Einem Schweizer Bergfuehrer waere es kalt den Ruecken runter gelaufen.


Wir kamen nach einer halben Stunde heil unten an den Kabeln an und marschierten wieder Richtung Tal. Am oberen Wasserfall, den Nevada Falls, machten wir wie letztes Jahr ein Mittagspaeuschen inkl. kurzem Doesen in der Sonne, bevor wir dann noch den Rest des Abstiegs absolvierten.

Unten angekommen spuerten wir die Anstrengung des Tages (und Lee ihre Blatern), und um acht Uhr Abends waren wir bereits am Schalfen. Wir sind ja schliesslich keine wirklichen Wandervoegel, welche regelmaessig Strecken von 30km und 1500 Hoehenmeter zuruecklegen. Unsere
Strecke laesst sich uebrigens auch in
Google Earth anschauen.

Am Sonntag nahmen wir es dann sehr gemuetlich, noch ein paar mal zu den Baeren Container pilgern und endlich war alles verstaut im Auto. Wir genossen die Stille und Sonne an einem idyllischen See Richtung Tioga Pass, bevor wir am Abend wieder nach San Francisco zurueckfuhren.