Mittwoch, April 25, 2007

Camping in the Rain

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Mitte April sind wir ueber's Wochenende mit Beat Zelten gegangen im Henry Coe Park. Optimistisch ignorierten wir die schlechten Wetterprognosen und die Wolken am Himmel, denn noch nie hatten wir in diesem Park schlechtes Wetter erlebt...

Am Samstag Nachmittag bei trockenem Wetter gingen wir auf eine Mountain Bike Tour. Leider versagten Lee's Bremsen bereits nach einigen wenigen Kilometern, und das nachdem sie das Velo gerade erst wegen den Bremsen im Service hatte. Schwer enttaeuscht kehrte Lee um, waehrend Beat und ich die Fahrt mit schlechtem Gewissen fortsetzten.



Wir fuhren zuegig die Single Trails runter und kamen dann im Tal ein wenig ins Stocken, denn ich konnte den Weg zurueck durch den Wald nicht mehr finden. Beat war glaub schon leicht entnervt ob meiner Suche nach dem Weg in den dichten undurchdringbaren Straeuchern, aber gluecklicherweise fanden wir den Pfad dann doch noch und konnten den Rueckweg in Angriff nehmen.

Kaum bei Lee und dem Zelt angekommen, da fing es schon leicht zu regnen an. Deshalb begannen wir unverzueglich mit Feuer machen zum Grillieren und Aufwaermen. Beat war der Grillmeister, Lee war fuer die Essvorbereitung zustaendig und ich...hm...weiss ich gar nicht mehr...ich hatte auf jeden Fall extrem Hunger.





Fuer das Nachtessen waren saftige Steaks und grosse Hot Dogs geplant.



Es wurde immer kuehler, der Regen immer staerker und alles immer naesser. So mussten wir ein wenig improvisieren und halb im Stehen, halb unter der Kofferraumtuer essen, um dem Regen ein wenig zu entkommen.



Beat's Andeutungen, dass er lieber nach Hause zurueckkehren moechte statt im Regen zu campieren, haben Lee und ich irgendwie nicht mitbekommen, und so schliefen wir wie geplant im Park im nicht ganz wasserdichten Familienzelt von Beat.

Am Morgen regnete es noch immer, und wir assen eine weitere Mahlzeit im Regen. Danach hatten wir langsam genug von der Naesse und kehrten zurueck nach San Francisco. Wir hatten uns das Campieren und Biken nicht ganz so vorgestellt, aber Spass hat es trotzdem gemacht. Nun sollte der Regen hier in der Bay Area aber bald vorbei sein und bis cirka November ausbleiben.

Samstag, April 14, 2007

Taxes

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Leider muss man auch in den USA jaehrlich eine Steuererklaerung ausfuellen. Zum Glueck geht das aber sehr effizient, und alles was man dazu braucht ist den Lohnausweis, eine Internet Verbindung und einen freien Abend.

Zuerst ladet man ueber das Internet das Steuerprogramm herunter, welches man gleich mit der Kreditkarte bezahlt. Nach dessen Installation fuehrt einem ein Zauberer (Wizard) durch den Steuerdschungel. Die umfangreichen Lohndaten muss man nicht selbst eingeben, denn aufgrund einer Identifikationsnummer laedt sich das Programm die Daten gleich selbst aus dem Internet herunter. Ist man mit dem Beantworten aller Fragen betreffend Abzuegen, Spenden, etc. fertig, so berechnet das Programm, wieviel man dem Staat und dem Land schuldet oder wieviel man von ihnen zugute hat. Fuer die Schulden gibt man eine Kreditkarte an und fuer das Guthaben ein Bankkonto. Danach laesst man das Programm die ganze Steuererklaerung uebers Internet der Steuerverwaltung zukommen und die Sache ist erledigt.

Innerhalb von 24h wurde die Steuererklaerung akzeptiert, die Schulden belastet und das Guthaben gutgeschrieben. Natuerlich gibt es fuer paranoide Datenschuetzer noch immer die Moeglichkeit des Ausfuellens von Hand und dem Senden per Post.

Montag, April 09, 2007

Ibis Mojo

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Seit ich hier in der Bay Area wohne, fahre ich einiges mehr Mountain Bike als noch in der Schweiz. Zum einen liegen die Rennvelostrecken nicht gleich vor der Tuer wie das noch in Aesch und Reinach der Fall war, zum anderen gibt es hier in der Naehe schon sehr viele tolle MTB Strecken. So habe ich mir kuerzlich ein neues Bike zugelegt.

Um sicher zu sein, dass das Bike betreffend Geometrie und Fahrverhalten stimmt, liess ich mich beim Kauf von Wrench Science, einem Custom Bike Shop in Berkley, beraten. Bis ins kleinste Detail konnte ich alle Komponenten in Fabrikat, Groesse und Gewicht bestimmen. Rausgekommen ist ein 12.0 kg Full-Carbon Bike, das wie angegossen sitzt und im Verhalten genau meinen Vorstellungen entspricht: Ibis Mojo Carbon Rahmen in pesto green, Pace RC41 XCAM 130mm Carbon Federgabel, Avid Juice Seven Scheibenbremsen und Shimano XTR Komponenten.



Das Bike ist ein absolutes Traumvelo fuer mich, sowohl zum Fahren als auch zum Anschauen, deshalb steht es momentan noch in der Stube neben dem Esstisch, damit ich es jederzeit bewundern kann (sehr zur Freude von Lee...). Ich habe noch ein paar weitere Photos meinem Web Album zugefuegt.







Eine erste Fahrt auf den Mt. Tam war genial, bergauf gibt es damit keine Entschuldigungen und bergab ist es ein unbeschreibliches Gefuehl wie sich das Bike dem Gelaende anpasst. Ich habe Freude wie ein kleines Kind und kann kaum darauf warten, damit neue Strecken in California zu erkunden.



Bemerkung am Rande: das Velo scheint vorallem den Frauen zu gefallen, riefen mir doch heute bei einer weiteren Fahrt in den Headlands zwei Fussgaengerinnen nach nice bike! und beautiful bike!...

Mittwoch, April 04, 2007

Las Vegas

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Endlich bin ich dazugekommen, das Geschenk von Lee auf meinen 30. Geburtstag einzuloesen: ein Wochenende in Las Vegas. Ich war riesig gespannt, wie diese Stadt wohl sein wuerde, denn man liest und hoert ja schon einiges.

Wir flogen am Samstag fruehmorgens ab und waren bereits zwei Stunden spaeter da. Las Vegas ist ziemlich im Niemandsland gelegen, umgeben von trockener steiniger Landschaft, und die Stadt taucht ziemlich aus dem Nichts auf. Bereits aus dem Flugzeug konnte man den Strip erkennen, an welchem all die Hotels und Casinos liegen. Uebrigens, vom Death Valley nach Las Vegas ist es nicht weit.



Wir checkten im Luxor ein, welches Aegypten als Thema hat (viele der grossen Hotels spielen ein bestimmtes Thema aus). Das pyramiden-foermige Hotel ist sehr imposant in seiner Groesse und Architektur. Man kann von der Lobby innen bis zum 110m hohen Spitz der Pyramide raufsehen. Das Licht ist gedaempft und eine manche Pharao Skulptur ziert das Innere. Es fehlte nur noch, dass das Personal als AegypterInnen gekleidet waere. Wir hatten ein Eckzimmer (oder ist das bei einer Pyramide ein Kantenzimmer?) mit toller Aussicht. Von den 2 Fernseher haben wir nicht viel Gebrauch gemacht.











Nach einem ausgiebigen Brunch Buffet in den unterirdischen Kammern der Pyramide machten wir uns umgehend auf den Weg, die verschiedenen Themen Hotels und deren Attraktionen zu erkunden. Lee war natuerlich wie immer die Reisefuehrerin und wusste, wo es was Spannnendes anzuschauen gab. Praktisch ist, dass fast alle grossen Hotels und Casinos an einer Strasse liegen, so dass man einfach kilometerlang geradeaus laufen kann - somit besteht auch keine Gefahr sich zu verlaufen ;-) Die Dimensionen der Hotels und Casinos sind gigantisch, und es wird bei der Umsetzung der Themen kein Aufwand gescheut, um Perfektion zu erreichen. So zum Beispiel der im Massstab 1:2 gebaute Eiffel Turm und die Boulangerien des Hotel Paris oder die von singenden Gondolieri gesteuerten Gondolas im Wasser vor dem Hotel Venetian oder die Achterbahn des Hotel New York New York. Weiter kamen wir auch am Caesars Palace, MGM, Excalibur, Bellagio und Monte Carlo vorbei.



















Man kann problemlos in all die Hotels reingehen und sich die Dekorationen anschauen, die Leute beim gamblen und verlieren beobachten oder einfach etwas Essen gehen. Selber haben wir nicht gegamblet, denn Lee wollte Muenzen klingeln hoeren, doch all die einarmigen Banditen funktionieren heutzutags nur mit Chips und der Gewinn wird als Beleg mit Barcode ausgedruckt.



Am Abend gingen wir in die Show KA des Cirque du Soleil und es war absolut spektakulaer. Noch nie in meinem Leben habe ich eine solch atemberaubende Show gesehen. Eigentlich unbeschreiblich, was die Show einem bietet an Artistik, Musik, Kostuemen und Buehnenbildern, inkl. der gigantischen hydraulischen 20m langen Hebebuehne welche sich um alle drei Achsen drehen konnte.

Am Sonntag morgen gingen wir ins Bellagio zum ausgiebigen Brunch, denn das Laufen vom Vortag hatte doch recht Hunger gemacht. Das Buffet war extrem fein und wir blieben lange genug dort, um alle food stations auszuprobieren - ich fuehlte mich dort so ziemlich im Paradies. Kugelrund gingen wir danach noch Autofahren in einem realitaetsgetreuen NASCAR Simulator. Wir schnitten nicht gerade umwerfend ab. Lee war glaube ich letzte von acht und ich nicht viel weiter vorne. Ein wenig zu viel Gas in der Kurve und schon brachten einem die Fliehkraefte unweigerlich in die Bande. Leider gab es auch keinen Pfeil der die Richtung angab, so dass ich nach Crashs mehrmals eine halbe Runde in die falsche Richtung fuhr, was nicht gerade den Durchschnitt heben liess. Es hat Spass gemacht, ich bleibe aber beim Velo.

Wir gingen auch noch auf das 350m hohe Stratosphere, von welchem aus man eine tolle Aussicht auf die Stadt hat. Das Verrueckte an dem Tower ist aber, dass es oben drei Achterbahnen hat: ein Freefall, ein Karussell ohne Boden und eine Art Achterbahn die ueber den Rand aus geht bevor sie abrupt haelt - speziell bei den beiden letzteren Bahnen wird einem schon vom Zuschauen sehr unwohl im Magen. Bahnen, die ich nur Dominique Mohler zutraue.



Im Luxor sah ich noch mein Traumauto: ein customized 600hp Doge Viper SRT 10. Ein wahnsinniger Wagen aber leider unbezahlbar fuer kleine Programmierer.



Am Montag nahmen wir es dann gemuetlich nach der ganzen Lauferei der Vortage, genossen noch ein wenig die Sonne, schauten uns noch einen IMAX Afrika Film an und flogen am Abend wieder zurueck nach San Francisco. Drei Tage waren genau die richtige Laenge fuer so eine verrueckte Stadt. Damit ist der 30. Geburtstag endgueltig vorbei.