Freitag, Mai 29, 2009

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Trotz amerikanischem Feiertag riskierten wir einen mehrtaegigen Aufenthalt in der Region des Lake Powell, dem zweitgroessten kuenstlichen Wasserreservoir der USA. Die ersten zwei Naechte uebernachteten wir auf einem Campingplatz in Page und machten von dort aus mehrere Ausfluege. Einer fuehrte uns zum Horseshoe Bend, wo sich der Colorado River dramatisch durch einen Canyon windet.



Ein weiterer Ausflug per Touristen-Jeep fuehrte uns durch ein Indianerreservat zum Antelope Canyon, einer der wohl beliebtesten Destinationen fuer Photographen. Kleine Kristalle im Gestein fuehren zu extremen Farbreflexionen, die man nur auf Bildern sieht aber nicht mit blossem Auge. Lee war natuerlich wie wild am photographieren, waehrend ich mit Lionel den engen Gang des Canyons entlang lief.









Die restlichen drei Tage wollten wir dann direkt am See verbringen. Wir fanden einen schoenen sandigen Strand, an welchem man seinen eigenen Platz aussuchen durfte. Wir genossen das schoene Wetter und die 'italienische' Ferienstimmung. Wir hatten das Glueck, die Bekanntschaft von einer sehr herzlichen amerikanischen Familie aus Utah zu machen. Sie waren mit ihrem kleinen Maedchen am Drachen steigen, und Lionel war ganz fasziniert am zuschauen. So kamen wir ins Gespraech und verbrachten schlussendlich einige Zeit mit ihnen auf ihrem Boot und bei ihrem Trailer.









Am letzten Tag waren dann fast alle Leute abgereist, und wir hatten praktisch den ganzen Strand fuer uns alleine. Nur widerwillig packten wir am Ende unsere Sachen und fuhren weiter.

Sonntag, Mai 24, 2009

Monument Valley UT

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Nach nicht sehr spektakulaerer Fahrt von New Mexiko an die Grenze von Arizona und Utah, kamen wir im Monument Valley an, bekannt aus vielen Filmen und Werbungen. Lionel unterhielt sich auf dieser Fahrt in immer trockeneres Gelaende bestens mit seinen Plastiktierchen, welche wir im Zoo in Salt Lake City gekauft hatten.





Es war die meiste Zeit sehr regnerisch im Monument Valley und der rote klebrige Sandschlamm war mit Lionel und Floyd nicht aus unserem Trailer zu halten. Wir erwischten aber einen trockenen Vormittag, um uns die Mittens und anderen Gesteinsformationen mit unserem Auto im 4x4 Modus anzuschauen.







Wir erwischten auch noch ein paar trockene Stunden, um ein wenig die den Campingplatz umgebenden Felsen zu viert zu erkunden.











Allzugrosse Begeisterung kam bei mir nie auf im Monument Valley, wahrscheinlich weil die Indianer recht unfreundlich waeren und zudem fuer alles noch Geld kassieren wollten. Nach sieben Wochen Sonnenschein konnte ich mich auch nicht ganz mit dem Regen abfinden - so verwoehnt das auch sein mag.

Samstag, Mai 23, 2009

Santa Fe NM

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Fuer Santa Fe hatten wir nur einen kurzen Aufenthalt geplant, blieben aber schlussendich drei Naechte - einmal mehr aufgrund von technischen Schwierigkeiten.

Als wir am Sonntag Nachmittag auf dem in den Huegeln von Santa Fe gelegenen Campingplatz im Hyde State Park ankamen und ich kurz aus dem Auto sprang, da wollte unser Auto nachher nicht mehr anspringen. Zu diesem Zeitpunkt war unser Auto mit dem Trailer an einem Abhang mitten auf der Strasse des Campingplatzes parkiert. Da konnte nur noch AAA helfen, doch das naechste Telefon war zwei Meilen entfernet (kein Natel-Empfang). Nach mehreren Telefonaten, respektive Fussmaerschen, waren wir Sonntag Nacht soweit, dass wir wussten dass es nicht die Batterie ist und dass niemand mehr zu dieser Stunde in die Huegel fahren wuerde um das Auto abzuschleppen (das es kein Batterieproblem war, wusste ich schon um vier Uhr Nachmittags und ohne AAA). Montag Morgen, nach einem weiteren Marsch mit Floyd und Telefonat mit AAA, wurde unser Auto dann endlich abgeschleppt und der Trailer von den netten Rangers in einen Campingplatz reinparkiert. Wir mieteten ein Auto und am Dienstag am spaeteren Nachmittag, nach mehreren leeren Versprechen, war unser Truck dann endlich repariert (eine ziemliche Geduldsprobe). Wir hatten aber eine super schoene Zeit in den Huegeln von Santa Fe und machten mehrere Spaziergaenge in den umgebenden Waeldern. Lionel lief wieder unermuedlich den Berg hoch und wollte auf keinen Fall getragen werden. Einen der kurvigen Single-Trails waere ich am liebsten mit einem Mountain Bike abgefahren; das waere genial gewesen.

Auch die Stadt Santa Fe war sehr schoen. Ziemlich artsy und edel und sehr mexikanisch im Stil. In der Gallery von Lisa Kristine bestaunten wir ihre super schoenen riesigen Bilder, aufgenommen an verschiedensten Orten dieser Welt. Ich verstehe nichts von Photographie, aber die Aufnahmen haben mich echt fasziniert. Ihre Bilder werden von ihr selbst entwickelt und sind sehr limitiert in der Auflage. Je mehr Exemplare eines Bildes verkauft sind, desto teuerer werden die verbleibenden - das kommt mir irgendwie bekannt vor...

Die Autoreparatur war die erste seit wir unterwegs sind, und es war auf jeden Fall der perfekte Ort um gestrandet zu sein (abgesehen von der Distanz zum naechsten Telefon).

Montag, Mai 18, 2009

Taos NM

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Da wir nun schon mal sehr suedlich waren, konnten wir einem Abstecher in den Staat New Mexiko nicht widerstehen. Unser erster Halt war in Chama, gleich an der Grenze zwischen Colorado und New Mexiko gelegen. Von diesem verschlafenen kleinen Doerfchen aus faehrt noch immer die historische Eisenbahn, wie noch zur Besiedlungszeit, heute allerdings nur noch fuer Touristen. Lionel sagte beim beeindruckenden Anblick all der Eisenbahnwagen dauernd nur noch tschu-tschu.





Von Chama schraubte sich die Strasse langsam aber stetig in die Hoehe durch schoene weite Landschaften. Unser Auto kam ob der duennen Luft einmal mehr ein wenig an den Anschlag, dafuer konnten wir so die Aussicht laenger geniessen.





Schlussendlich kamen wir im hoch gelegenen Taos im Staate New Mexiko an. Kurz vor Taos hielten wir noch bei der Rio Grande Gorge Bridge und hatten von der historischen Bruecke aus sehr schoene Sicht auf den beruehmten Rio Grande Fluss, welcher sich dort durch einen engen Canyon wendet.





Taos ist ein kleines artsy Staedtchen mit vielen relativ edlen Laeden zum Shoppen. Nach einer Viertelstunde hatten wir (oder nur ich?) aber bereits genug vom Shoppen und gingen stattdessen Taos Pueblo besuchen, eine sehr gut erhaltene Siedlung aus der Zeit der Pueblos. Die Haeuser sind im Adobe Stil gebaut und werden noch immer von Indianern unterhalten und bewohnt.









Aber auch vor den Indianern hat der Fortschritt nicht halt gemacht und vor manchem historischen Haus fand sich ein brandneuer Truck oder ein 4-Wheeler...



Der Campingplatz war nahe von bewaldeten Huegeln gelegen, und ich machte dort mit Floyd mehrere Spaziergaenge in die Hoehe. Der Lohn war jeweils eine schoene Aussicht auf Taos und Umgebung. Zum ersten Mal seit Salt Lake City haben wir wieder einmal Regen erlebt - kurz aber heftig.

Nach zwei Tagen fuhren wir von Taos dem Rio Grande entlang weiter Richtung Sueden.

Samstag, Mai 16, 2009

San Juan Mountains CO

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Nochmals erweiterten wir unsere Schlaufe, um auch noch den Sueden von Colorado zu besuchen. Wir fuhren von Mesa Verde nach Durango im Staate Colorado und von dort hoch in die San Juan Mountains. Wir fanden einen einsamen Campingplatz, welcher an einem idyllischen See gelegen ist (ein See, auf welchem keine Motorboote zugelassen sind, was immer ganz wichtig abzuklaeren ist). Wir buchten gleich zwei Naechte und genossen am ersten Tag die Berge, die Waelder und den See. Mit Floyd gingen wir auf einen tollen Spaziergang, und Lionel konnte unterwegs in einem kleinen See planschen. Am Abend sah Lionel zum ersten Mal eine Schlange.









Am folgenden Morgen fuhren wir frueh los, denn wir wollten ueber mehrere Paesse Richtung Norden fahren nach Silverton und Ouray. Die zu erklimmenden Paesse waren ueber dreitausend Meter hoch, und es war jeweils knapp ueber Null Grad ganz oben (meine seit Kalifornien getragenen Shorts waren nicht die ideale Bekleidung). Im starken Kontrast zur Schweiz gab es auf dieser Hoehe noch viele Baeume und die Strasse war eine halbe Autobahn. Die Luft fuehlte sich duenn an. Die Aussicht auf die teilweise noch Schnee-bedeckten Berge mit ihren verschiedenen Gesteinsfarben war super schoen.





In Silverton, einer ehemaligen Mienenstadt, spazierten wir bei grosser Hitze dem Fluss entlang. Zuvor deckten sich die Ex-Kalifornier noch mit Pullovers ein, um gegen die Kaelte der bevorstehenden Paesse gewappnet zu sein.







Nach dem Spaziergang nahmen wir an einer Mienenfuehrung teil. Lionel sah in der Regenjacke wie ein kleines Gespenst aus. Die Fuehrung in den Berg inklusive Demonstration mit echten Werkzeugen aus frueherer Zeit war sehr spannend und lehrreich. Lionel staunte ob all den Werkzeugen und am Ende der Tour meinte der Fuehrer, he would make a good miner.













Nach der Fuehrung fuhren wir ueber einen weiteren Pass (ohne Sicherheitsplanken) nach Ouray, dem Switzerland of America. Dort hatten wir am Abend mit Teresa abgemacht, einer Veterinaerin und Swissy Besitzerin aus Montrose, welche wir an den Swissy Nationals kennengelernt hatten. Wir assen gemuetlich in einem rustikalen Restaurant und freuten uns ueber das Wiedersehen. Unterdessen marschierte Lionel durch das Lokal mit Besteck, Telefon, Portemonnaie und was immer ihm sonst noch in die Haende geriet. Es ging aber nichts verloren ;-)







Nach dem Nachtessen mussten wir wieder zurueck zu unserem Campingplatz. Das hiess, hundert Kilometer im Dunkeln ueber drei unbeleuchtete Paesse ohne Sicherheitsplanken fahren. Wir fuhren vorsichtig und meisterten die Strecke ohne Zwischenfaelle. Erschoepft gingen wir nach diesem langen und ereignisreichen Tag schlafen.

Am naechsten Morgen verliessen wir die super schoene Gegend der San Juan Mountains und fuhren suedoestlich Richtung New Mexico.